In einem der letzten Posts ging es bereits um Widerstand, der uns in der Beratung immer wieder begegnet. Deshalb kommt auch immer wieder die Frage auf: wie können wir diesen Widerstand aufweichen?

Eine Antwort, die ich dazu mal von einem erfahrenen Kollegen erhielt, war: „Bringt Kuchen mit!“. Und ja, das stimmt: Erst mal etwas essen und trinken, hilft als Ausgangspunkt für eine gute Zusammenarbeit.

Damals, als ich für meine Masterarbeit ein Museum und eine sogenannte Behindertenwohneinrichtung zusammen brachte, öffneten mir gemeinsames Essen und Trinken auch Türen und verbanden Welten, die vorher nicht verbunden waren.

Und trotzdem gibt es für mich ein großes ABER. Mal abgesehen davon, dass es in vielen Kultureinrichtungen für so etwas „kein Budget und keine Zeit“ gibt, ist Widerstand mancher Menschen auch einfach nicht aufweichbar – auch nicht mit einem Stück Kuchen und einem Tee.

In dem Fall braucht es andere Strategien oder, wenn die Werte der Kooperation immer mehr voneinander abweichen und der Widerstand übermächtig wird, eine Auflösung der Zusammenarbeit.

Welche Formen des Widerstands begegnen Euch häufig, wie löst Ihr diesen auf und habt Ihr schon mal eine Zusammenarbeit beendet?

Bildbeschreibung: Das <Platz da!> Logo mit Kuchen-Piktogramm: Schwarzes Quadrat auf weißem Hintergrund. Links oben beim Quadrat eine schlichte, schwarze Schrift mit „Platz“ und rechts unten das gleiche mit „da“. In der weißen Mitte des Quadrats befindet sich ein stilisiertes Kuchenstück.

Wir haben hier noch nie über unsere tolle Zusammenarbeit mit @centerforliterature berichtet.

Diese begann bereits letztes Jahr mit einer Einladung ins Droste Lab. In diesem denken die Mitarbeiter*innen des CfL in einer Reihe von Veranstaltungen mit verschiedenen Menschen darüber nach, wie die zwei Museen der Burg erneuert werden sollen / können / müssen.

Auf dem Screenshot im ersten Slide sehen die Guckis unter Euch von links nach rechts: Jörg von der Burg mit Steffi (vor Ort in Münster) und Katrin (online dazu geschaltet) aus dem <Platz da!> Team. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und Ihr könnt Euch das Video (mit Untertiteln) gerne anschauen und anhören.

Auf dem zweiten Slide ist das bunte Cover des Jahreshefts des CfL zu sehen, in welchem Steffi ein paar der Grundsätze unserer Arbeit erläutert. Zudem entwickeln wir gerade inklusive Vermittlungsformate für die Burg und planen noch weitere Beratungs-Workshops dieses Jahr.

Seid gespannt, was noch kommt und folgt doch dem Geschehen auf der Burg Hülshoff. 

Wir freuen uns jedenfalls, weiter mit Euch, liebes @centerforliterature Team, Worte für den Wandel zu suchen und zu finden!

Bildbeschreibungen dieses Mal im Text selbst : )

Widerstand begegnet uns von allen Seiten und in den verschiedensten Formen immer wieder in der Beratung. Insbesondere, wenn es um die Umsetzung von Maßnahmen geht, kommen wir oft an den Punkt, Routinen zu hinterfragen: „Warum macht Ihr es so, wie Ihr es jetzt macht?“. Die Antwort darauf lautet sehr oft: „Das haben wir schon immer so gemacht.“

Mal abgesehen davon, dass diese Antwort offensichtlich kein Argument ist, lässt diese Denkweise alle und alles im Stillstand verharren. Deshalb hier unser Aufruf: Versteckt Euch nicht hinter dieser Phrase und hinterfragt Euer tägliches Handeln!

Um es konkret zu machen, hier ein Beispiel: Nur weil Ihr in Euer Galerie den Einleitungstext zur Ausstellung schon immer an dieser Stelle aufhängt, heißt das nicht, dass diese noch passt. Der Text ist dort nicht sichtbar für rollstuhlnutzende und kleinwüchsige Besucher*innen. Auch andere Besucher*innen haben ihn häufig übersehen. Eigentlich haben ihn nur Eure Stammbesucher*innen gelesen, weil sie wussten, wo er hängt.

Genauso, wie wir Euch Maßnahmen und Neuerungen in der Beratung immer erklären, müsst Ihr Eure Routinen begründen!

Bildbeschreibung:
In einem grauen Rahmen auf weißem Hintergrund steht in schwarzer Schrift folgendes:

Widerstand, der uns begegnet
„DAS HABEN WIR SCHON IMMER SO GEMACHT.
PUNKT.“

Unsere Antwort
„DAS IST KEIN ARGUMENT. PUNKT.“

Das Polyrama hat einen Beitrag über uns in Instagram veröffentlicht:

Wir wollen euch heute unseren Kooperationspartner <Platz Da!> vorstellen. Das Team von <Platz Da!> war bei der Eröffnung von Polyrama zahlreich vor Ort und stand den Besucher:innen für Fragen zur Verfügung.

Wir freuen uns sehr, dass <Platz da!> uns mit ihrer Expertise und ihrem Engagement für Inklusion und eine barrierefreie Kulturvermittlung beratend zur Seite steht und uns dabei unterstützt, Polyrama für alle zugänglich und inklusiv zu machen.

Auch in der Zukunft wollen wir eng zusammenarbeiten, um Polyrama zu einem Ort zu machen, an dem sich alle willkommen, sicher und informiert fühlen.

Bildbeschreibung: Das Gruppenfoto vom <Platz Da!> Team zeigt fünf Menschen in schwarzer Kleidung, die nah beieinander im Ausstellungsbereich des Museums stehen und in die Kamera lächeln.

Hey, beschleunigte Welt, hey Ihr vielen „höher-schneller-weiter-Menschen“ da draußen!

Wir müssen Euch was sagen: ernst gemeintes, inklusives Arbeiten braucht Zeit, die Du und die
meisten Menschen nicht haben!

Deshalb können und wollen wir auf exklusive Anfragen nicht „bis morgen“
reagieren. Ihr müsst Eure Anfragen nicht gleich in Leichter und
Deutscher Gebärdensprache etc. schreiben bzw. gebärden, aber schickt sie
mit zeitlichem Vorlauf! Nur dann haben wir im Team Zeit, diese
Übersetzungsarbeit zu leisten, um entscheiden zu können, ob wir den
Auftrag annehmen oder nicht.

Wir haben schon oft die Erfahrung gemacht, dass unsere Kund*innen und
Kooperationspartner*innen in der Arbeit mit uns aufgeatmet haben.
Eigentlich gibt es nämlich so viele Menschen, die unzufrieden sind mit
einer Arbeitsweise, die sie unter Druck produzieren, aber niemals
reflektieren lässt.

Wir vergessen nie einen Teilnehmer unseres Workshops, der unter Tränen
in der Abschlussrunde sagte: „So wir Ihr das macht, so will ich das
auch!“ Das soll nicht heißen, dass so, wie wir es machen, schon alles
perfekt ist!

Es ist vielmehr ein Versuch, ein Anfang und die Aufforderung an uns
alle: Bitte zwischendurch immer mal wieder einfach nur atmen, atmen und
noch mal atmen!

#PlatzDaBerlin #Inklusion #BarrierefreieKulturvermittlung
#Barrierefreiheit #Entschleunigung #InklusionBrauchtZeit #Atmen

Bildbeschreibung:

Das Logo mit Uhr-Piktogramm: Schwarzes Quadrat auf weißem
Hintergrund. Links oben beim Quadrat eine schlichte, schwarze Schrift
mit „Platz“ und rechts unten das gleiche mit „da“. In der weißen Mitte
des Quadrats befinden sich die schwarzen Außenlinien einer stilisierten
Uhr (nur mit Strichen angedeutete Uhrzeiten von 12, 15, 18 und 21 Uhr
und den Uhrzeigern, die auf kurz vor halb 2 stehen).