Sign Dating: Ein Treffen zwischen tauben und hörenden Besucher*innen

IMG_3515Fotos: Lena Hoffmann, Stefanie Wiens

Vor einer Woche fand im Rahmen des Kunstvermittlungsprojekts <Platz da!> das lang geplante Sign Dating statt. Drei taube und drei hörende Menschen diskutierten miteinander, u.a. über das Kunstwerk „Supprimer, Modifier et Preserver“ von Carlos Amorales, das zu Beginn des Jahres im Rahmen der Ausstellung „Dreams&Dramas. Law as Literature“ in der nGbK zu sehen war. Charlotte Röttger und Stefanie Wiens führten in das Projekt <Platz da!> und die Ausstellung ein, danach hieß es: Lautsprache verboten, Kommunikation mit Händen, Füßen, Stift und Papier erlaubt.

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Kommentar der Kunstvermittlerin Hildegard Wittur

Post1Fotos: Stefanie Wiens

Den Kommentar der <Platz da!> Kunstvermittlerin Hildegard Wittur zu den Videobeiträgen der Ausstellung „THIS IS A FREE ZONE. Queerhana im Kontext autonomer Bewegungen in Israel/Palästina von 2001-2009“ konnte man am letzten Wochenende der Ausstellung in der nGbK sehen und hören. Ihre Rezeption, Beschreibung und Bewertung einzelner Werke präsentiert eine Perspektive, die vom Kunstsystem oft nicht zugelassen wird.

Bereits 2002 stellte Carmen Mörsch jedoch fest: „[…] Kunst ist ihrer eigenen Beschaffenheit nach diskursiv. Der Respekt vor ihrer Diskursivität zwinge die BetrachterInnen – schon aus schierer Höflichkeit der Kunst gegenüber – die Verehrung in Form von schweigendem Anstarren zu beenden und stattdessen zu antworten, in den Diskurs einzutreten. Kunstvermittlung gelingt demnach auch dann, wenn sie einen Raum – für möglicherweise nicht vom Kunstsystem vorgesehene – Kommentare öffnet.“

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